Wie werden Darstellende, Chor und Band fit für die Auftritte? Wie kommt das mit Schauspiel und Tanz zusammen? Jana Gugenheimer erzählt.

Der Job beginnt weit vor der Probe

Der ersten Probe zu einem neuen Projekt geht eine Menge Planung und Organisation voraus. Was steht in den Noten? Wie viele Chorstellen, wie viele Solostücke gibt’s? Welche Stimmen werden gebraucht, wie viele pro Stimmlage? Braucht es nur ein Klavier, eine Band oder ein ganzes Orchester? Und wenn ja – welche Instrumente, und wie viele davon?

Bei nur drei Stunden Probenzeit pro Projekt und Woche will wohlüberlegt sein, wie diese Zeit auf Chorproben, Solistenproben, Band- oder Orchesterproben oder auf Tutti-Proben, also gemeinsame Probenzeiten von Singenden, Instrumentalisten und Tanzenden, eingeteilt wird. Und ganz nebenbei sollte die musikalische Leitung vor der ersten Probe auch schon das Stück beherrschen – also die Noten durchlesen, anspielen und ansingen und dabei gleich Ausschau halten nach Stellen, wo Rhythmus, Harmonien oder Atmung knifflig werden, um darauf in der Probe eingehen zu können.

Kommunikation ist alles

Ohne eine verbindliche gemeinsame Planung mit den anderen Probenleitenden, sprich Choreografie, Regie und Gesamtleitung, kann es also nicht funktionieren. Und das gilt nicht nur für die organisatorische Planung: auch Ausdruck und Tempo der Stücke müssen miteinander abgestimmt werden. Wie soll ein Song in einer bestimmten Szene wirken? Lustig, ängstlich, wütend? Schnell oder langsam? In den separaten Proben müssen Musik, Tanz und Schauspiel so vorbereitet werden, dass sie später auch zusammenpassen und den gewünschten Effekt erzielen. Die Probenleitenden treffen sich daher regelmäßig, um ihre Zeitplanung und die inhaltliche Ausrichtung miteinander abzustimmen.

Spaßfaktor inklusive

Nun kommen die Menschen ins Spiel, und das ist zweifellos der beste Teil der Arbeit: In den Proben wird viel gelacht, gemeinsam das Stück erobert, und manchmal entstehen dabei Ideen, die sogar noch besser passen als das von den Probenleitenden Vorbereitete. Denn das sollte man als Probenleitender unbedingt mitbringen: Humor und ein offenes Ohr, sowohl musikalisch als auch menschlich. Und am Ende darf man dann erleben, wie ein Projekt Stück für Stück wächst und sich am Ende zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügt. Ein großartiger Job!

Ist möglicherweise ein Bild von 9 Personen, Personen, die ein Musikinstrument spielen, Personen, die stehen und Text „DAS ORCHESTER“